Noch einmal möchte morgens ich erwachen...

Titelbild der Broschüre "Noch einmal möchte morgens ich erwachen...". Es zeigt mehrere Personen auf einer Straße stehend.

Noch einmal möchte morgens ich erwachen...

Publikation

Der Band durchstreift Pirna und sein Umland. Darin begeben wir uns auf Spurensuche nach der Familie Scooler. Aber auch Orten der Zwangsarbeit, der Verfolgung von politischen Gegner*innen, der Bücherverbrennung und der »Euthanasie« im Nationalsozialismus wird anhand von Tagebuch-Einträgen, Erinnerungen, Gedichten, Fotos uvm. nachgespürt.

Die Shoah, die Verfolgung und Ermordung der europäischen Jüdinnen und Juden, und das Erinnern an sie ist nicht Teil unseres Alltags.
Katrin Holinski

Der Band "Noch einmal möchte morgens ich erwachen..." ist so etwas wie ein Reisebuch – eine Empfehlung zum Spazierengehen. Er durchstreift Pirna und sein Umland. Wir begeben uns auf die Spuren einer vergessenen Familie: der Familie Scooler. Außerdem besuchen wir Orte der Zwangsarbeit, der Verfolgung von politischen Gegner*innen, der Bücherverbrennung und der »Euthanasie« im Nationalsozialismus.

Der Band erzählt die Geschichte der Familie Scooler, von Rose und ihren Söhnen Werner und Walter. Familie Scooler hat einen großen Anteil an der Lokalgeschichte – eine Fabrikantenfamilie, lokal und überregional wirkend. Sie betrieben eine Fabrik für Papierwaren in Porschendorf, sie waren Arbeitgeber und Stifter eines Ferienlagers für jüdische Kinder im Gesindehaus ihres Anwesens. Sie wurden im Nationalsozialismus als Jüdinnen*Juden verfolgt, sie haben zwischen Exilsehnsucht und dem sich nicht Vertreibenlassen gehadert. Sie haben versucht, sich zu schützen, aber auch anderen geholfen, indem sie sie beschäftigten. Die Geschichte der Familie Scooler nimmt ihren Ausgang in Pirna, sie ist aber eben auch europäische Geschichte. Die Verbrechen fangen lokal an. Doch wir kommen der Shoah nur nahe, wenn wir das Lokale mit der europäischen Dimension des Verbrechens verbinden. Die unfreiwillige Reise durch Europa beinhaltet Stationen der Verfolgung in Ghettos und Konzentrationslagern. Der Spaziergang zeugt neben der Lokalgeschichte von Hilfe, Selbsthilfe, Widerständen und einem Kampf ums Überleben.

Die Broschüre ist das Resultat aus Workshops zur Lokalgeschichte mit Geflüchteten und Zugewanderten im Projekt Lebensspuren: meine. eure.unsere. Die Shoah ist Teil der Menschheitsgeschichte und Menschen haben dieses Verbrechen anderen Menschen angetan. Keine Straßennamen erinnern heute an die ermordeten jüdischen Nachbar*innen. So ist die Broschüre sowohl für die schon in mehreren Generationen in Pirna Wohnenden als auch für Zugewanderte ein Zugang, sich mit der Geschichte der eigenen Straße, der eigenen Region auseinanderzusetzen. Vom Lokalen zum Globalen.