Regionalbanner: Die Elbe zwischen Nutzung und Landschaft
Die Elbe als Wasserstraße?
Einst war die Elbe eine wichtige Wasserstraße. Inzwischen wird auf Schiene und Straße transportiert und kaum noch auf dem Fluss. Langanhaltende Niedrigwasser machen planbaren Güterverkehr kaum möglich.
Daran wird sich aufgrund der klimatischen Veränderungen absehbar wenig ändern. Dennoch wird die Wasserstraße Elbe aufwendig unterhalten, um Güterschifffahrt zu ermöglichen. Das verursacht enorme Kosten, treibt die Tiefenerosion voran und schadet der Flusslandschaft.
Gesamtkonzept Elbe
Das „Gesamtkonzept Elbe soll die verkehrliche Nutzung mit dem Erhalt der wertvollen Naturlandschaft in Einklang bringen. Für die angestrebte Fahrrinnentiefe von 1,40 Meter reicht jedoch das Wasser selten aus. Seit 2014 ist das Wasserdargebot um ca. ein Viertel zurückgegangen. Das macht eine Aktualisierung des 2017 beschlossenen Konzepts nötig.
Die Elbaue als Schwamm
Immer mehr Regionen leiden unter Trockenheit, auch entlang der Elbe. Intakte Flussauen tragen dazu bei, die lebensnotwendige Ressource Wasser vor Ort zu halten. Dafür braucht die Elbe wieder mehr Raum. Auen und Altarme müssen wieder an den Strom angebunden werden. Im Falle von Hochwasser kann das Wasser besser in der Landschaft versickern und verliert an zerstörerischer Kraft.
Begehrtes Wasser
Wasser aus der Elbe ist für die Halbleiterindustrie in Dresden ein wichtiger Standortfaktor. Ab 2030 kann mit Brunnen und einem Flusswasserwerk ein Wasserbedarf von knapp 90.000 Kubikmetern – also 90 Mio. Litern - täglich gedeckt werden. Ein Großteil des Wassers soll in die Elbe zurückkehren.
Für die Flutung ehemaliger Tagebaue und des Grundwassers im Boden nach der Kohleförderung in der Lausitz werden mehrere Milliarden Kubikmeter Wasser benötigt. Dafür wird u.a. eine Überleitung von Elbwasser diskutiert.
Tiefenerosion: Die Elbe gräbt sich ein
Menschen verändern die Elbe seit Jahrhunderten. Ufer wurden bebaut und befestigt, der Flusslauf begradigt, eine Fahrrinne für Schiffe geschaffen. Die Folge: Ab Mühlberg beginnt die Elbe, sich in ihr Flussbett einzugraben.
In der Region um Torgau hat sich die Elbe seit 1888 um bis zu zwei Meter eingetieft. Der Unterhaltungsaufwand an der Wasserstraße nimmt zu. Um die Häfen auch künftig zu erreichen, müssen sie auf die Tiefe des Flusses gebracht werden. Vor allem aber schadet die Tiefenerosion der Natur: Auen werden seltener überflutet und trocknen aus. Die Grundwasserstände sinken. Die Elbe entzieht der Landschaft das Wasser.