Kohleatlas 2026: Jetzt für die Zukunft denken

Mit gut ausgebildeten, regional verwurzelten oder angewurzelten Menschen kann aus dem Wandel ein echter Aufbruch werden.
Grit Ebert

Zukunftsfähiger Wandel wurzelt in einem reichen Boden: in Chancengerechtigkeit durch Bildung, in Sicherheit einer funktionsfähigen Wirtschaft, in zukunftsfesten Energien, in der kreativen Kraft von Kunst und Kultur und dem starken Fundament einer lebendigen Demokratie und Enkeltauglichkeit. Mit gut ausgebildeten, regional verwurzelten oder angewurzelten Menschen kann in den einstigen Kohleregionen aus dem Wandel ein echter Aufbruch werden. Wichtige Impulse für die Transformation in ganz Deutschland könnten ihren Anfang in den einstigen Kohleregionen nehmen – weg vom „Haben wir immer so gemacht“ hin zu innovativen Projekten.

Sowohl das Mitteldeutsche als auch das Lausitzer Revier sind in der Hand ein- und desselben komplexen Unternehmensnetzwerks – des tschechischen Energiekonzerns Energetický a průmyslový holding (EPH). In dessen Regie läuft nicht nur das Kohlegeschäft. Auch für die Rekultivierung riesiger Landstriche trägt es die Verantwortung mindestens über Jahrzehnte. Mit dem Ausbau erneuerbarer Energien über Tochterunternehmen auf den Flächen einstiger Tagebaue bricht eine neue Epoche an. Was erst einmal gut klingt, ist aus ökonomischer, ökologischer und gesellschaftlicher Sicht nicht unumstritten: Bürger*innen wollen und sollen nicht Zaungäste der Entwicklung ihrer Region und der Energieproduktion sein, sondern den Aufbruch aktiv mitgestalten können - wie etwa in Pödelwitz. Hier soll ein aus der Zivilgeselllschaft heraus entwickelter Modellort sozialökologischer Transformation entstehen. Doch die Möglichkeiten sind begrenzt, da 80 Prozent des Ortes dem Kohleunternehmen MIBRAG gehören.

Die vorliegenden Ergänzungen zum sächsischen Kohleatlas 2017 geben einen Überblick über die aktuellen Herausforderungen und Handlungsfelder: Transparenz bei den Braunkohle-Folgekosten, den Umgang mit den „neuen“ Seen, dem Ausbau erneuerbarer Energien und der sozialökologischen Transformation.

Den Themen Kohle und Strukturwandel widmen wir uns bereits seit 2017:
Hier geht es zu älteren Artikeln der Kohleatlanten von 2017 und 2020. 

Zum Warenkorb hinzugefügt: