Der große Umbruch

Rückblick

Am 21. Januar waren Grünen-Politikerin Ricarda Lang und der Soziologe Steffen Mau mit ihrem Buch "Der große Umbruch - Ein Gespräch über Krisen, Konflikte und Kompromisse" in Dresden zu Gast. Das Interesse war groß. Die zu bewegenden Themen auch.

Ricarda Lang (Mitte) und Steffen Mau (rechts) auf dem Podium gemeinsam mit Moderatorin Doreen Reinhard.

Wir leben in einer Zeit des Umbruchs: Neue Spaltungen entstehen, die Demokratie wird von Krisen erschüttert, geopolitische Herausforderungen fordern uns heraus wie nie zuvor. Inmitten dieser tiefgreifenden Veränderungen trafen zwei kluge Köpfe aufeinander und schrieben gemeinsam das Buch "Der große Umbruch": die Grünen-Politikerin Ricarda Lang und der Soziologe Prof. Steffen Mau. Gemeinsam analysieren sie die großen Themen unserer Zeit – von sozialer Ungleichheit über politische Polarisierung bis hin zur Krise der Staatlichkeit. 

Am 21. Januar waren sie in Dresden zu Gast zu einem Gespräch über das Buch und die aktuellen Herausforderungen auf Einladung von Weiterdenken, dem Deutschen Hygiene-Museum Dresden und der Volkshochschule Dresden. Das Interesse war groß: rund 500 Menschen verfolgten das Gespräch im Hygienemuseum. 

Politik sei sehr vorsichtig beim Öffnen von Räumen nach vorn, stellte Steffen Mau fest. Dabei brauche es vorwärtsgerichtete Blicke, Visionen und Welten, Lösungen für die vielfältigen Krisen statt Festhalten an Vergangenem. Ein möglicher Weg, Veränderungen auf den Weg zu bringen, seien Bürgerräte. Hier könnten Menschen Demokratie und Selbstwirksamkeit erfahren. Bürgerräte seien Probebühnen der Demokratie und im Gegensatz zur Volksabstimmung, die Ausdruck einer "Willensäußerung von Individuen" sei, gehen Ergebnisse von Bürgerräten aus einer gemeinsamen "Willensbildung" hervor. Hier werden also Argumente ausgetauscht, Ergebnisse verhandelt, Extreme eingehegt. Man erfährt Anerkennung, müsse aber eben auch liefern.

Doch ein echter Austausch von Argumenten, ein Abwägen von Fakten sei in Zeiten ungeheurer Macht von wenigen Tech-Bros und deren Algorithmen, durch Meinungsmacht großer Medienkonzerne, dem Schwund von faktenbasiertem (Lokal-)Journalismus zugunsten von Populismus in wild sprießendem Mediengewand immer schwieriger. 

Ricarda Lang sprach sich dafür aus, dass Politik sich Vertrauen wieder erarbeiten müsse. Wer nur leere Versprechungen hört, der zieht sich zurück (oder/und läuft in die Arme von Rechtsextremist*innen). Es brauche weniger Ankündigung und Rangeln um mediale Aufmerksamkeit, mehr Ehrlichkeit, weniger Festhalten am Status Quo, mehr Zukunft, mehr Engagement, mehr Mut.

Die Veranstaltung wurde mitgeschnitten und ist auf Youtube anzuschauen.

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